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Neue Art der Kampfführung mit kostengünstigen Drohnen

Ahmt die Red Eagle Suisse die Erfahrungen mit der türkischen Bayraktar nach, Herr Ulrich T. Grabowski?

Samstag, 05 Dezember 2020 23:26 geschrieben von 
Ahmt die Red Eagle Suisse die Erfahrungen mit der türkischen Bayraktar nach, Herr Ulrich T. Grabowski? Quelle: RED EAGLE SUISSE

Rorschach - Not macht erfinderisch! Das gilt auch schon immer in Rüstungsfragen. Das Spiel zwischen Infantrie, Kavallerie und Artillerie in all ihren taktischen Neuerungen bestimmte von je her die Verteidigungsfähigkeit jeder Armee. Größe und Masse sind dagegen höchstens zweitrangige Gegebenheiten. Und unbestritten gilt die Entwicklung unbemannter Drohnen im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts als das Non-Plus-Ultra der Objekt- und Grenzüberwachung. Hier liegt die Zukunft!

Namhafte Entwickler wie die schweizerische RED EAGLE SUISSE (RES) um den Unternehmer Ulrich T. Grabowski wissen, was ein ausgetüftelt entwickeltes Drohnen-Geschwader bewirken kann. Dabei half dem System der RED EAGLE SUISSE wohl auch ein Blick an die Levante.

Was die Türkei, eigentlich NATO-Partner und doch zuletzt etwas isoliert in der atlantischen Wertegemeinschaft aus der Not heraus als Drohnensystem entwickelte, dürfte nun die Kampfführung weltweit revolutionieren. In Armenien kam es zum Einsatz eines ganzen Konzerts türkischer Drohnen, die sich in Schlagkraft und vor allem im Preis-/Leistungsverhältnis den teuersten Rüstungssystemen überlegen zeigten.

Was da nun in Armenien, an der nordöstlichen Grenze der Türkei geschah, war kein isoliertes Ereignis in der Militärgeschichte. Dies war vielmehr eine unübertroffene Glanzleistung in einer neuen Art der Kriegführung, in deren Mittelpunkt der Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge stand, die umgangssprachlich als Drohnen bezeichnet werden. Aserbaidschans wichtigster Verbündeter im Krieg gegen das christliche Armenien – die muslimisch geprägte Türkei – perfektioniert seit Jahren die Drohnenkriegführung, wobei sie bei den jüngsten Kämpfen in Syrien zum Jahresbeginn 2020 und im Frühsommer 2020 in Libyen reichlich Erfahrungen sammeln konnte.

Im Laufe der letzten Jahre nutzte die Türkei die von den USA und anderen Staaten verhängten Waffenembargos, die Ankara den Zugang zu der Art von taktischen Drohnen einschränkten, wie sie von den USA weltweit eingesetzt werden, um stattdessen von Grund auf eine einheimische Drohnenindustrie autark aufzubauen. Dabei fielen besonders Anka-S und Bayraktar auf (https://de.wikipedia.org/wiki/Bayraktar_TB2).

Und überraschend gelang es der Türkei, einen Schwarm von Drohnen nicht „schwarmdumm“ in ein Chaos zu treiben, sondern in Wirklichkeit eine bewusste, hochgradig koordinierte Vorgehensweise – und integriert elektronische Kriegführung, -aufklärung und -überwachung sowie natürlich Logistik und Einsatz der Waffenträgersysteme zu konzertieren.

Der Drohnenkrieg der Türkei über Syrien wurde von der taktischen Kommandozentrale der türkischen Zweiten Armee aus geführt, die sich etwa 400 km von den Kämpfen entfernt in der Stadt Malatya in der türkischen Provinz Hatay befindet.

Von dort aus überwachten die Türken den Betrieb ihres integrierten Aufgebots an EMS-Kriegführungskapazitäten (EMS = Elektromagnetisches Spektrum), mit dem syrische und russische Luftverteidigungsradargeräte gestört und Signale von militärischem Wert (wie z.B. Handygespräche) gesammelt und analysiert wurden. Natürlich war die Gesamtwucht der türkischen Streitkräfte denen der Bündnispartner Syrien und Russland nicht gewachsen. Aber vor allem wirtschaftlich berechnet, war die türkische Taktik ein voller Erfolg.

Die wichtigsten von der Türkei in dieser Rolle eingesetzten Systeme sind das Störsystem KORAL (https://www.azvision.az/amp/de/news/15970/news.html) und eine speziell konfigurierte Anka-S-Drohne, die als luftgestützte Aufklärungsplattform dient. Die Anka-S (https://de.wikipedia.org/wiki/TAI_Anka) diente auch als luftgestützte Gefechtsleitstelle, die Zielinformationen an Bayraktar-Drohnen in der Umgebung weiterleitete, die das Ziel dann visuell erfassten, bevor sie hochpräzise Luft-Boden-Raketen an Bord abfeuerten und das jeweils zugewiesene Ziel zerstörten.

Bereits wenn ein integrierter Drohnenangriff, wie von der Türkei durchgeführt, isoliert stattfindet, kann dieser lethale Wirksamkeit zeitigen; doch führt man ihn mit vier oder mehr Systemen gleichzeitig durch, von denen jedes in der Lage ist, auf mehrere Orte zu zielen, sind die Ergebnisse verheerend und könnten die Angriffe aus der Sicht der Empfänger durchaus mit einem tödlichen "Schwarm" verglichen werden.

Die Kämpfe in Syrien veranschaulichten einen weiteren wichtigen Faktor in der Drohnenkriegführung – das Missverhältnis zwischen den Kosten der Drohne und dem Wert der militärischen Kapazitäten, die sie vernichten kann.

Die türkischen Bayraktar- und Anka-S-Drohnen kosteten die Türkei jeweils etwa 2,5 Millionen Dollar. Im Laufe der Kämpfe in der syrischen Provinz Idlib verlor die Türkei zwischen sechs und acht unbemannte Luftfahrzeuge, was zu Wiederbeschaffungskosten von insgesamt rund 20 Millionen Dollar führte.

Nun behauptet die Türkei, in der ersten Nacht jener Kämpfe in Syrien eine große Anzahl an schwerem Gerät der syrischen Armee zerstört zu haben, darunter 23 Panzerfahrzeuge und 23 Artilleriegeschütze. Insgesamt wird den türkischen Drohnen neben einer beträchtlichen Menge anderer Kampfausrüstung die Zerstörung von 34 syrischen Panzern und 36 Artilleriesystemen zugerechnet. Nimmt man die durchschnittlichen Kosten für einen in Russland hergestellten Panzer in Höhe von rund 1,2 US-Millionen Dollar und für ein Artilleriesystem in Höhe von rund 500.000 US-Dollar an, so beläuft sich allein der von den türkischen Drohnen verursachte Gesamtschaden auf rund 57,3 Millionen US-Dollar (wobei diese Zahl nicht die anderen beträchtlichen materiellen Verluste des syrischen Militärs einschließt, die insgesamt diese Zahl leicht erreichen oder übersteigen könnten). Allein unter Kostengesichtspunkten verloren die Syrer etwa fünf US-Dollar für jeden US-Dollar an Verlusten, die die Türkei erlitt.

Und diese Erfahrung lässt inzwischen auch Verteidigungsexperten aufhorchen, die es zuletzt gewohnt waren, dass die Politik an allem sparte. Gewaltige, aber doch schwerfällige Panzereinheiten gehören wohl bald der Vergangenheit an. Mit unbemannten Drohnen lässt sich, erst einmal in ein intelligentes Konzert der Logistik eingebettet, viel mehr und kostengünstiger bewirken.

Dies gilt nicht nur im Kampf, sondern auch bei der Überwachung großflächiger Industrieanlagen oder transkontinentaler Gasleitungen. Die Entwickler der RED EAGLE SUISSE haben die militärischen Möglichkeiten der unbemannten Luftfahrt erkannt und analysiert, glauben aber auch an einen noch viel gewaltigeren zivilen Markt. Ulrich T. Grabowski sieht ein großes Sparpotential fürs Sicherheitsmanagement großer Anlagen. „Aus der Luft sieht man doch viel mehr und auch gleich die gesamte Lage“, sagt Grabowski.

Inwiefern technische Gemeinsamkeiten seiner RED EAGLE SUISSE zum gleichfalls kostengünstigen System der türkischen Bayraktar bestehen, möchte Ulrich T. Grabowski nicht eingehen. Man steht bekanntlich im Wettbewerb.

Letzte Änderung am Sonntag, 06 Dezember 2020 11:11
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