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Düsseldorfer Belvona GmbH: Birger Dehne und Frank Krienen versprechen neuen Glanz

Samstag, 20 März 2021 11:45 geschrieben von 
Düsseldorfer Belvona GmbH: Birger Dehne und Frank Krienen versprechen neuen Glanz Quelle: Conle

Düsseldorf/Vaduz – Im Februar dieses Jahres wurde publik, dass das Düsseldorfer Wohnungsunternehmen Belvona – Werbeslogan: „Schöner Wohnen“ – neuer Eigentümer der früheren Conle-Siedlung in Oerlinghausen ist. Um die Bewohner der Anlage persönlich kennenzulernen und sich nochmals ein Bild vom Immobilienzustand zu machen, reisten unlängst Belvona-Vertreter in die nordrhein-westfälische Kleinstadt. Geschäftsführer Frank Krienen war schon vorher bewusst, „dass es einen Sanierungsstau gibt und wir eine Menge aufzuholen haben“. Er bekräftigte dennoch seine Absicht, den Wohnpark in Oerlinghausen schon bald in neuem Glanz erstrahlen zu lassen und dabei die Bewohner einzubeziehen. Krienen sagte: „Ein gutes Verhältnis zwischen Vermieter und Bewohnern erreicht man nur durch persönliche Präsenz. Man muss ansprechbar und nahbar sein, die Menschen und ihre Sorgen ernst nehmen. Wenn ich mir die Probleme anschaue, die es unter den Vorbesitzern des Wohnparks in Oerlinghausen gab, kann ich mich nur darüber wundern, dass die Mieter bisher so ruhig geblieben sind. So kann man eigentlich nicht mit seinen Mietern umgehen.“ Genau darum wolle es die Belvona GmbH als namhafte private Grundbesitzgesellschaft für wohnwirtschaftlich genutzte Immobilien anders machen. „An diesem Standort werden wir alle 321 Wohnungen innerhalb von sechs bis zwölf Monaten durchsanieren.“

Die Wohnanlage im Süden von Oerlinghausen ist eine von vielen, die das aufstrebende Wohnungsunternehmen seit dem letzten Jahr übernommen hat. Den Umgang mit schweren Versäumnissen der Vorbesitzer sind die Düsseldorfer Immobiliensanierer schon gewohnt. Deshalb haben sie schnell die Weichen für die dringend gebotene Runderneuerung gestellt. „Das kennen wir schon von anderen Standorten. Darum setzen wir hier auf das gleiche Konzept: Grund in die Anlage bringen, eine vernünftige Mängel- und Schadenbeseitigung durchführen und den Standort systematisch hochfahren“, beschreibt Krienen das Vorgehen. In Gesprächen mit den Bewohnern wurden schon die Schäden aufgenommen. Neben den unerlässlichen Sanierungsmaßnahmen an den Aufzügen, im Sanitärbereich und an der Heizungsanlage werden die Flure, Keller, Fassaden und Außenanlagen gesäubert und verschönert.

Erklärtes Ziel ist es, endlich eine lebenswerte Wohnumgebung für die bisherigen Bewohner und die neuen Mieter zu schaffen. Im Rahmen des Gesamtkonzeptes will Belvona auch einen neuen Luxusstandard im Wohnpark in Oerlinghausen etablieren. „Wir haben eine Systembauweise erarbeitet, mit der wir unseren Mieterinnen und Mietern echten First-Class-Standard zu bezahlbaren Preisen bieten können. Das wird auch hier der Fall sein“, erläutert Geschäftsführer Frank Krienen. Und einer Befürchtung tritt er gleich entgegen: „Eine sogenannte Raus-Sanierung wird es nicht geben, das ist nicht unser Konzept. Wir erhalten bezahlbaren Wohnraum.“

In den Medien wurde in der letzten Zeit darüber spekuliert, in welchem Verhältnis der Belvona-Chef zu Birger Dehne, einem der größten privaten Wohnungseigentümer Deutschlands, steht. Der ist seit über 20 Jahren im Immobiliengeschäft tätig und hat sich mit gezielten Investitionen in Mehrfamilienhäuser und Wohnanlagen den Status einen Immobilien-Moguls erarbeitet. Von seinem „Single Family Office“ in Liechtenstein aus leitet er die Capiterra Group GmbH, die sein Vermögen und die Immobilienbestände verwaltet. „Als einer er größten privaten Wohnbestandshalter Deutschlands ist es Birger Dehnes Ziel, seinen Bestand nicht nur zu erweitern, sondern auch zu entwickeln und zu optimieren“, erklärt die Capiterra Group mit Sitz in Vaduz und versichert: „Eine nachhaltige Quartiersentwicklung ist fester Bestandteil seiner Arbeit, denn er ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst.“ Im Internet ist über ihn zu lesen: „Dank seiner langjährigen Erfahrung ist Birger Dehne heute ein gefragter Experte, der den wohnwirtschaftlichen Immobilienmarkt so gut kennt wie kein Zweiter.“

Von der großen Markterfahrung des aus Hannover stammenden Immobilieninvestors will offenbar auch Frank Krienen profitieren, der auf der Internetseite der Belvona GmbH als einziger geschäftsführender Gesellschafter genannt wird. Er soll ein ehemaliger Mitarbeiter Birger Dehnes sein und diesem bei Einstellungsgesprächen für neue Belvona-Mitarbeiter die entscheidende Rolle zukommen lassen. Das berichtete laut dem Mieter Netzwerk Dortmund e.V. ein Bewerber um eine Stelle bei Belvona. Demnach habe Dehne bei dem Bewerbungsgespräch die erste und Krienen nur die zweite Geige gespielt. In einem Interview mit „Spiegel TV“ begründete Letzterer die Einbindung Dehnes damit, dass man „unternehmerisch kompetenten Rat“ gebraucht habe. Auf die Nachfrage, ob der Chef der Capiterra Group GmbH und Vorstandsvorsitzende der DEGAG Deutsche Grundbesitz AG für ihn ein guter Ratgeber sei, antwortete Belvona-Geschäftsführer Frank Krienen: „Mit Sicherheit ist Birger Dehne ein erfolgreicher Geschäftsmann. Ein kompetenter Ratgeber, den ich sehr schätze, den ich in den letzten Jahren kennengelernt habe. Und für uns ist sehr wichtig, geeignetes Personal zu finden, sodass wir den hohen Anspruch der Mieterzufriedenheit, der Sicherheit, der Sanierung, alles, was dazu gehört, eins zu eins umsetzen können.“

Und tatsächlich ist der Immobilienunternehmer mit seinen 42 Jahren ein Vollprofi, wenn es um Investments in „Betongold“ geht. Dehnes Aufstieg vom Käufer eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohnungen zum Eigentümer von Tausenden Objekten verdient das Attribut „kometenhaft“. Er erinnert sich noch genau, wie sein Interesse an Immobilien entflammt wurde: „Tatsächlich hatte ich die Idee schon mit 16 Jahren, während ich 1993 mein Schulpraktikum bei einer Immobilienfirma absolvierte. Damals hatte niemand großes Interesse an Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen. In den Karteikästen lagen unzählige Objekte, die sich nicht verkaufen ließen. Ich konnte nicht verstehen, wieso niemand in vermietete Immobilien mit einem stabilen, sicheren Mietertrag investieren wollte, und habe damals als Schüler nachgerechnet, wie viele Mehrfamilienhäuser ich erwerben müsste, um davon gut leben zu können. Damals ging ich noch von acht Mehrfamilienhäusern aus.“

Schon kurz nach Aufnahme eines BWL-Studiums gründete Birger Dehne sein erstes Unternehmen. Nach nicht einmal zwei Jahren arbeiteten in seiner Marketingfirma schon 100 Mitarbeiter, und er hatte genug Geld verdient, um mit dem Kauf seines ersten Wohnhauses das Fundament für sein Immobilien-Imperium zu legen. Für 200 Euro je Quadratmeter erwarb er das Objekt mit acht Wohnungen, dessen heutiger Wert bei 2.000 Euro pro Quadratmeter liegt. So sollen Dehnes erste Mehrfamilienhäuser, die er für 180.000 bis 200.000 Euro kaufte, mittlerweile mehr als zwei Millionen Euro wert sein. Mit viel kaufmännischem Gespür hat der Immobilienvisonär selbst im Corona-Krisenjahr 2020 ein Wohnungsunternehmen mit über 5.000 Wohnungen übernommen. Da überrascht es nicht, dass Frank Krienen diese geballte Kompetenz auch für die Düsseldorfer Belvona GmbH nutzen will, die nach eigenen Angaben über 14.000 Mietern ein Zuhause bietet. Respekt vor Birger Dehne!

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