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Mit institutionellen Club-Deals in ausländische Immobilienmärkte investieren

Deutsche Finance: Thomas Oliver Müller registriert anhaltendes Anlegerinteresse an US-Immobilien

Donnerstag, 10 September 2020 08:47 geschrieben von  Marc Schmidt

München – Brookfield Asset Management Inc. ist ein großer Vermögensverwalter mit Firmensitz in Toronto, der für seine Kunden über verschiedene Fonds insbesondere im Immobilien- und Infrastruktursektor Geld anlegt. Sein Geschäftsmodell umfasst die Entwicklung, den Besitz und den Betrieb unterschiedlichster Immobilienarten sowie branchenübergreifende Private-Equity-Operationen mit Unternehmensdienstleistungen und Infrastrukturdiensten. Die klassischen Baugeschäfte des institutionellen Großinvestors zielen auf den Bau von Eigentumswohnungen und die Erschließung von Grundstücken.Bei dieser geballten Expertise achten Marktbeobachter genau darauf, was Brookfield Asset Management über die Entwicklungsperspektiven nationaler Immobilienmärkte verlautbaren lässt. Das gilt auch für die Einschätzung zur Wertentwicklung von US-Immobilien. Aufgrund des strukturellen Niedrigzinsumfeldes und der damit einhergehenden Dauernachfrage nach alternativen Investments wird weiterhin mit großem Ertragspotenzial gerechnet. Die kanadischen Anlageexperten gehen sogar davon aus, dass die Bewertungen von Immobilieninvestments in den USA nach Corona noch höher liegen werden als zuvor. Das sagte der CEO von Brookfield jüngst auf einem Investoren-Call der Gesellschaft.

Diese Annahme wird durch Analysen von CBRE gestützt, einem führenden internationalen Immobilienberatungshaus. CBRE rechnet damit, dass US-Immobilien wegen der durch die Zinssenkungen der US-Zentralbank stark gesunkenen Hedgingkosten für Anleger noch attraktiver werden. So machten die Kosten für die Währungssicherung von Investoren aus dem Euroraum vor zwei Jahren noch rund 3,5 Prozent aus, während dafür heute weniger als ein Prozent anzusetzen ist. Die niedrigeren Sicherungskosten haben somit einen unmittelbaren Positiveffekt auf die Höhe der Rendite. „Diese Effekte dürften die Nachfrage nach attraktiven US-Immobilien weiter fördern“, glaubt Prof. Dr. John Davidson, Chief Research Officer der Deutsche Finance Group. „Im Ergebnis sollten die Preise für US-Immobilien bei einem stabilen ökonomischen Umfeld mittelfristig weiter steigen.“

Die 2005 gegründete Deutsche Finance hat sich mit ihrer Fokussierung auf institutionelle Private-Market-Investments in den Anlageklassen Private Equity Real Estate, Infrastruktur und Immobilien einen guten Ruf erworben. Die bankenunabhängige Unternehmensgruppe verknüpft mit ihren Tochtergesellschaften das weite Spektrum von Kapitalverwaltung, Fondsadministration, Treuhand-Tätigkeit, Anlegerverwaltung und Asset-Management. Erklärtes Ziel ist es, Anlegern renditeträchtige Investitionsmodelle anzubieten, die dem breiten Markt bislang verschlossen waren. Der Finanzdienstleister unterhält neben seinem Hauptsitz in München noch Niederlassungen in Denver, London, Zürich und Luxemburg, um sein internationales Partnernetzwerk bestmöglich pflegen zu können. Die Assets under Management betragen derzeit 6,5 Milliarden Euro. Mit rund 120 Mitarbeitern stemmt die Deutsche Finance Holding AG über 3.750 Direktinvestments in 47 Ländern. Als Vertrauensbeweis für ihre Arbeit können 15 institutionelle Mandate und 16 internationale Auszeichnungen gelten. Dazu gehört der Gewinn des „Scope Alternative Investment Award 2020“ in der Kategorie „Real Estate Investment Specialist – Retail“ und die Auszeichnung als „Bester Asset Manager – Top 2020“ in der Sparte „Institutional Real Estate Specialist“.

Vorstandschef Thomas Oliver Müller setzt schon seit Längerem auf Infrastruktur- und Immobilieninvestments im Ausland, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Durch die aktuelle Immobilienmarkt-Prognose von Brookfield Asset Management kann er sich darin vollauf bestätigt sehen. Nach seiner Einschätzung ist es in Deutschland immer schwerer, mit Core-Immobilien Renditen zu erzielen, weil der Markt regelrecht leergekauft ist. „Mittlerweile kauft man nur noch Substanzerhalt, aber keine Rendite mehr. Bei einer klassischen Immobilien-Core-Strategie wird zudem die Rendite oft über einen hohen Fremdkapitaleinsatz gehebelt, was problematisch ist“, argumentiert Müller. „Das Ergebnis einer solchen Investition wird neben den Kosten im Wesentlichen von drei Faktoren bestimmt: Mieter, Markt und Standort. Auf die haben sie aber leider nur wenig Einfluss.“ Der einzige Beeinflussungsfaktor bei Immobilieninvestments sei die Erhöhung des Cashflows, und da gehe im Ausland oft mehr als im Inland. Der Deutsche-Finance-Gründer betont immer wieder den ganzheitlichen Investmentansatz seines Hauses, der strategie- und länderübergreifend ist: „Unser Portfolio-Management besteht darin, in unterschiedliche Währungen, Investmentstrategien, Länder, Asset-Klassen, Konzepte und Nutzungsarten zu investieren, um Wertzuwächse zu generieren und nicht einfach nur auf die Konjunktur zu setzen.“

Diese Strategie ist offenbar deshalb so erfolgreich, weil nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien, namentlich in der Finanzmetropole London, die Immobiliennachfrage internationaler Investoren weiterhin äußerst stabil ist. Zu diesem Befund kam im August jedenfalls die BNP Paribas Real Estate als eine der führenden europäischen Banken. Trotz der Corona-Krise und der begrenzten Zahl hochwertiger Investitionsobjekte gebe es in der Top-Immobilienklasse der britischen Hauptstadt keine Anzeichen für einen Preisrückgang. Simon Glenn, Co-Head London Markets bei BNP Paribas Real Estate, beschreibt die aktuelle Marktlage so: „Wir befinden uns zwar in beispiellosen Zeiten mit weltweit sinkender Marktaktivität, jedoch bleiben Immobilieninvestitionen in London attraktiv für internationale Investoren. Im Jahr 2019 hat diese Investorengruppe 10,3 Milliarden Euro (9,3 Mrd. £) in Londoner Immobilien investiert.“ Zwar erwarte er rückläufige Aktivitäten britischer Investoren, die Nachfrage aus dem Ausland werde jedoch auf hohem Niveau bleiben. „Dementsprechend entfielen auf nicht-britische Investoren knapp drei Viertel des im bisherigen Jahresverlauf verzeichneten Investitionsvolumens.“ Gerade asiatische Investoren beteiligten sich im ersten Halbjahr mit rund 693 Millionen Euro sehr stark.

Es überrascht kaum, dass auch die Deutsche Finance Group für ihre privaten und institutionellen Anleger in London aktiv ist. Mit ihren institutionellen Club-Deals ist die Unternehmensgruppe einer der aktivsten Investoren aus Deutschland. Bei solchen Deals investieren Privatanleger und Vermögensverwalter gemeinsam in Immobilien mit Wertsteigerungspotenzial und bündeln so ihre Kräfte. Diese kooperative Investmentform garantiert den Geldgebern ein hohes Maß an Kontrolle und Einbeziehung in die Entscheidungsprozesse. Mit Prime-Investments wie dem „Olympia Exhibition Center“ in London und der als „Coca-Cola-Building“ bekannten Immobilie 711 Fifth Avenue in New York legte die Deutsche Finance den Grundstein für eine erfolgreiche institutionelle Club-Deal-Serie. Im März 2017 hatten sich die Münchner Investment-Profis im Rahmen eines Joint Ventures unter der Beteiligung institutioneller Investoren am Olympia Exhibition Center, dem größten Messe- und Ausstellungszentrum in London, beteiligt. Auch Privatanleger-Fonds der Deutsche Finance waren involviert. Jetzt steht die Realisierung des Projektes an, nachdem der Finanzkonzern im März 2020 die Finanzierung in Höhe von 875 Millionen britischen Pfund sichern konnte. Thomas Oliver Müller dürfte sich durch das anhaltend hohe Anlegerinteresse an amerikanischen und britischen Immobilien bestätigt fühlen.

Letzte Änderung am Donnerstag, 10 September 2020 08:52
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