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Sachwert-Investitionen sind in Krisenzeiten besonders gefragt

Exporo AG: Crowdinvesting-Profis Simon Brunke und Björn Maronde trotzen der Corona-Krise

Freitag, 01 Mai 2020 21:46 geschrieben von 
Exporo AG: Crowdinvesting-Profis Simon Brunke und Björn Maronde trotzen der Corona-Krise Quelle: Exporo AG

Hamburg – Crowdinvesting bezeichnet eine Finanzierungsform, bei der sich Anleger auf Online-Foren schon mit eher geringen Geldbeträgen an ganzen Unternehmen oder einzelnen Projekten beteiligen können. Beim Immobilien-Crowdinvesting handelt es sich dementsprechend um eine Schwarmfinanzierung im Immobiliensektor. Das Verfahren dient der gewinnorientierten Weiterentwicklung von Bestandsimmobilien, dem Grundstückserwerb und der Finanzierung von Bauvorhaben. Im Gegensatz zu Immobilienfonds werden hierbei keine großen Portfolios finanziert, sondern ganz konkrete Immobilienprojekte, über die der Geldgeber im Vorfeld alles Wichtige weiß. Anders als bei anderen Crowdinvesting-Formen sind die Darlehen der Anleger durch die Immobilie selbst besichert.

Um an lukrativen Immobilieninvestments mit Zinsen von bis zu sechs Prozent teilzuhaben, schalten private und institutionelle Investoren Online-Plattformen ein. Dort präsentieren sich ausgewählte und für seriös befundene Projektgesellschaften mit ihren Immobilienvorhaben. Diese Projektträger wollen ihren Kapitalbedarf aus diversen Gründen nicht durch konventionelle Bankkredite decken, sondern die benötigten Finanzmittel unmittelbar bei Investoren einwerben. Die Plattformen fungieren als eine Art digitale Vermittlungsagentur und bringen Geldgeber und Geldnehmer im beiderseitigen Interesse zusammen.

Den erfolgreichsten Marktplatz für digitale Immobilienfinanzierung betreibt die in der Hamburger HafenCity ansässige Exporo AG, die Ende 2014 von Simon Brunke, Björn Maronde, Julian Oertzen und Tim Bütecke gegründet wurde. Deutschlands Marktführer im Immobilien-Crowdinvesting beschäftigt derzeit über 200 Mitarbeiter, darunter allein 60 erfahrene Immobilienexperten. Sie prüfen alle Finanzierungsprojekte auf „Herz und Nieren“, um den Anlegern trotz aller natürlichen Risiken größtmögliche Investitionssicherheit zu geben. Von den wöchentlich bis zu 25 Anfragen zur Projektfinanzierung schaffen es letztlich nur ein bis zwei Projekte auf die Plattform.

Dort haben Anleger die Wahlmöglichkeit zwischen „Exporo Finanzierung“ und „Exporo Bestand“. Beim erstgenannten Modell beteiligt sich der Investor an erfolgversprechenden Immobilienprojekten wie der Sanierung von Gewerbeobjekten oder dem Bau neuer Wohngebäude. In diese Investments mit kurzer Laufzeit können Kleinanleger schon mit einer Mindestsumme von 500 Euro einsteigen und dabei mit einer Jahresverzinsung von vier bis sechs Prozent rechnen. Bei „Exporo Bestand“ beteiligt man sich an besonderen Bestandsimmobilien und profitiert von regelmäßigen Ausschüttungen aus den Mietüberschüssen sowie den Wertsteigerungen des Objektes. Bei diesem Anlageformat ist ein Einstieg ab 1.000 Euro möglich, um eine jährliche Rendite von drei bis sechs Prozent einzustreichen. Die Anleger werden gewissermaßen zu digitalen Miteigentümern. Sie verdienen an ertragsstarken Bestandsimmobilien, ohne sich aber selbst um deren Vermietung und Instandhaltung kümmern zu müssen. Ihre Eigentumsanteile können sie schon vor dem eigentlichen Laufzeitende auf dem Exporo-Handelsplatz veräußern, um jederzeit über ihr Anlagekapital zu verfügen. Die Exporo AG verdient übrigens nicht an den Crowd-Anlegern selbst, sondern an den Projektträgern und Immobilienentwicklern, denen sie heißbegehrtes Mezzanine-Kapital zur Verfügung stellt und dafür eine Vermittlungsprovision erhält.

Dr. Björn Maronde, Exporo-Vorstand für Vertrieb, Marketing und IT, schwört auf die digitalen Investmentformen anstelle der klassischen Immobilienkapitalanlagen. Beim Crowdinvesting für Immobilien sei ausgeschlossen, dass sich die Investoren selbst um die Verringerung von Leerständen, die Bonität von Mietern oder permanente Reparaturen kümmern müssten. „Sie können sich online über das Portal von Exporo an attraktiven Immobilienprojekten beteiligen, die Handhabung ist denkbar einfach, und das Investieren verläuft transparent. Sie erhalten im Vergleich zu herkömmlichen Immobilienanlagen eine höhere Rendite“, so Maronde. Der studierte Jurist mit einem zusätzlich erworbenen MBA unterstreicht: „Durch kleine Anlagebeträge sind Anleger in der Lage, ihr Immobilieninvestment breit über viele Projekte zu streuen. Jeder entscheidet selbst, für welche Immobilien er Geld bereitstellt. Privatanleger wissen so genau, welches Projekt sie finanzieren.“

Welche Auswirkungen der Corona-bedingte Konjunktureinbruch auf das Immobilien-Crowdinvesting hat, lässt sich derzeit noch nicht genau sagen. In Krisenzeiten flüchten Anleger erfahrungsgemäß in Sachwerte wie Immobilien. Außerdem wird der Wohnraumbedarf wegen der Virus-Pandemie ja nicht geringer. In Großstädten übersteigt auch zukünftig die Nachfrage nach attraktiven Wohnimmobilien bei Weitem das Angebot. Dazu kommt, dass das Sparbuch nichts mehr abwirft und im schlimmsten Fall Negativzinsen drohen. Das lässt immer mehr Anleger Ausschau nach ebenso sicheren wie renditeträchtigen Investmentmöglichkeiten halten. Die Immobilie wird deshalb ein gefragtes Asset bleiben – und das erst recht in Form des digitalen Immobilien-Investing.

Beim Branchenprimus Exporo gibt man sich deshalb recht gelassen. Vorstandschef Simon Brunke betont: „Wir sehen noch keine Zurückhaltung der privaten Investoren.“ Verzögerungen bei einzelnen Projekten will er wegen des Corona-Stillstands nicht ausschließen. Das bedeute aber auch eine höhere Verzinsung für den Anleger, der ja die gesamte Laufzeit verzinst bekomme. Brunke geht davon aus, dass seine Crowdinvesting-Plattform gestärkt und nicht geschwächt aus der Krise hervorgeht. Das liegt daran, dass das Hamburger FinTech zwei Arten des Immobilieninvestments anbietet – das finanzielle Engagement bei Projektentwicklern („Exporo Finanzierung“) sowie die Beteiligung an vermieteten Bestandsimmobilien („Exporo Bestand“). Wenn es zu einem Preiseinbruch bei Immobilien kommen sollte, könnte dadurch zwar das Geschäft der Projektentwickler beeinträchtigt werden. Das böte aber auch große Chancen für den Kauf von Immobilien für den Exporo-Bestand. Simon Brunkes Fazit lautet daher: „Wir sind für beide Szenarien gut aufgestellt.“

Schon im August 2019 hatte der CEO jenen, die wegen der jahrelang gestiegenen Miet- und Immobilienpreise schon vor einer Immobilienblase warnten, entgegengehalten: „Aus unserer Sicht zeichnet sich kein Abebben des starken Immobilienmarktes ab. Sollten dennoch unvorhersehbare, externe Faktoren den Einbruch des Immobilienmarktes zur Folge haben, muss dies nicht zwingend zu Beeinträchtigungen für einzelne Immobilienprojekte führen.“ Mit der Corona-Krise ist dieser „unvorhersehbare, externe Faktor“ eingetreten, aber die Crowd-Finanzierer von Exporo bleiben aus gutem Grund zuversichtlich.

Letzte Änderung am Freitag, 01 Mai 2020 23:54
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