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Markterfolg zeigt großes Anlegervertrauen in den Plattformbetreiber

Exporo AG: Simon Brunke und Björn Maronde sind Deutschlands Marktführer beim Immobilien-Crowdinvesting

Dienstag, 03 Dezember 2019 23:07 geschrieben von 
Exporo AG: Simon Brunke und Björn Maronde sind Deutschlands Marktführer beim Immobilien-Crowdinvesting Quelle: Exporo AG

Hamburg – Die Begriffe Crowdfunding und Crowdinvesting werden hierzulande meist synonym verwendet. Das ältere Crowdfunding bezeichnet ein Finanzierungsinstrument für Erfinder, Unternehmer sowie soziale, politische und kulturelle Akteure. Dabei geht es den „Investoren“ mehr um die Unterstützung bestimmter Projekte als um die Idee, daran zu verdienen. Für den Renditeaspekt hat sich der Begriff Crowdinvesting etabliert. Dabei handelt es sich um Crowdfunding mit dem erklärten Ziel, langfristig einen Kapitalrückfluss in Form von Zinsen zu erhalten.

Beim Immobilien-Crowdinvesting prüfen Plattformbetreiber wie die Hamburger Exporo AG zunächst mit großem Aufwand die Risiken eines Immobilienprojektes. Erst wenn die hauseigenen Fachleute dieses für solide und ertragsstark halten, wird es für die Investoren auf der Online-Plattform freigeschaltet. Diese können sich dann mit überschaubaren Mindestbeträgen an der Finanzierung von Bauvorhaben oder dem Kauf von Bestandsimmobilien beteiligen. Als Gegenleistung für ihr Investment, mit dem die Projektgesellschaften bankenunabhängig ihren Kapitalbedarf decken, wird den Anlegern eine hohe Verzinsung zugesichert. Das bereitgestellte Kapital wird in aller Regel wie ein Nachrangdarlehen behandelt. Die sehr gute Verzinsung ist hier eine Art Risikoausgleich. Die Funding-Phase, in der die Investoren das Geld zur Verfügung stellen, ist immer auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Das in dieser Zeit eingeworbene Geld wird schließlich über ein Treuhandkonto verwaltet. Am Ende der vereinbarten Laufzeit erhalten die Crowd-Investoren ihr Geld einschließlich Zinsen zurück.

Der deutsche Marktführer für digitale Immobilieninvestments, die Exporo AG, tut alles dafür, um das theoretische Ausfallrisiko zu minimieren. Bei seinen Finanzierungsprojekten setzt das im Jahr 2014 von Simon Brunke, Björn Maronde, Julian Oertzen und Tim Bütecke gegründete FinTech auf das sogenannte Crowdlending. Dabei wird die eigentliche Kreditvergabe durch ein Kreditinstitut abgewickelt. Zunächst wird der Kreditvertrag gekauft und an den jeweiligen Privatanleger abgetreten. Exporo stellt die Kredite ausschließlich über Partner-Banken zur Verfügung und kauft diese Forderungen dann in Echtzeit ab. „Über diesen Umsetzungsweg des Crowdlendings haben wir die mit den Projektentwicklern individuell vereinbarten Sicherheiten wie Bürgschaften, Grundschulden, Patronatserklärung oder auch Gewinnabtretung im besseren Zugriff, als es das klassische Nachrangdarlehen erlaubte“, heißt es unternehmensseitig.

Das Start-up mit Sitz in der Hamburger HafenCity empfiehlt zusätzlich zu den eigenen Maßnahmen zur Risikoreduzierung eine breite Diversifizierung des Portfolios. Man betont, dass bislang alle Finanzierungsprojekte und Bestandsimmobilien zu 100 Prozent „gefundet“ wurden und es keinerlei Zahlungsausfälle zulasten der Anleger gab. Nur in wenigen Fällen sei es zu Zahlungsverzögerungen gekommen, viel häufiger jedoch zur vorfristigen Rückzahlung der Gelder.

Zu diesen seltenen Rückzahlungsverzögerungen könnte es freilich bei den Immobilienprojekten „Portfolio Marburg“ und „Portfolio Marburg II“ kommen, für die auf Exporo.de im August und November 2018 Investmentgelder vermittelt wurden. Am 14. November dieses Jahres hat die Exporo AG alle Anleger der Marburg-Portfolios darüber informiert, dass der verantwortliche Projektentwickler Anträge auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat. Die Kapitalvermittlung erfolgte über das beschriebene Crowdlending-Modell. „Wir stehen in intensivem Austausch mit den verantwortlichen Entscheidungsträgern“, versichert Exporo-Vorstandschef Simon Brunke. Man werde eng und vertrauensvoll mit dem Sicherheiten-Treuhänder Elbtreuhand Service GmbH kooperieren, um eine bestmögliche Wahrnehmung der Anlegerinteressen im Insolvenzverfahren zu garantieren.

Der große Markterfolg der Exporo AG zeigt, dass sie das Vertrauen der Anleger bisher nicht enttäuscht hat. Seit ihrer Gründung vor fünf Jahren hat sie 210 Projekte mitfinanziert und dafür mehr als 544 Millionen Euro vermittelt. Mehr als 201 Millionen Euro sollen bereits an die Anleger zurückgezahlt worden sein.

CEO Simon Brunke sieht im Immobilienmarkt weiterhin große Renditechancen, obwohl Skeptiker wegen der stark gestiegenen Miet- und Immobilienpreise schon vor einer Immobilienblase warnen. Im August 2019 sagte er in einem Interview: „Aus unserer Sicht zeichnet sich kein Abebben des starken Immobilienmarktes ab. Sollten dennoch unvorhersehbare, externe Faktoren den Einbruch des Immobilienmarktes zur Folge haben, muss dies nicht zwingend zu Beeinträchtigungen für einzelne Immobilienprojekte führen.“ In Ballungszentren mit Wohnungsmangel und gleichzeitigem Bevölkerungswachstum wären die Auswirkungen sowieso kaum spürbar und Immobilienprojekte keinesfalls gefährdet. Außerdem würden Exporo-Anleger in ganz unterschiedliche Assetklassen wie Wohn-, Büro-, Gewerbeimmobilien, aber auch in Pflege-, Kita- und Hotelimmobilien investieren.

Brunke sieht keine Gefahr einer Immobilienblase, geht als Realist aber auch nicht von einem ewigen Immobilienboom aus: „Bei Immobilien wird es, wie in jedem Markt, Aufs und Abs geben: Die ewige Hausse gibt es nicht.“ Mit digitalen Immobilieninvestments hätten sich die Anlage- und Finanzierungsformen aber so nachhaltig verändert, dass Investoren auf jede Marktänderung zielgenau reagieren könnten. Gerade in einer Phase des Abschwungs käme es darauf an, die Immobilienprojekte sehr genau zu prüfen und die Kosten gering zu halten – „genau das, was wir immer tun“, so der Crowdinvesting Profi. Die Exporo AG sieht sich auch gegen Zinsänderungsrisiken gewappnet. Ein Zinsänderungsrisiko gebe es sowieso nur im Bereich der eigenen Bestandsimmobilien. Hier schließe man aber Kreditfinanzierungen mit Zinsbindung für die Laufzeit des Produktes ab.

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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