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Event der Krypto-Szene könnte neues Bitcoin-Kursfeuerwerk auslösen

Kryptowährungs-Experte Michael Thomale (Nexus Global) sieht große Verdienstchancen beim Bitcoin Halving

Mittwoch, 29 April 2020 21:11 geschrieben von 

London – Auch in Corona-Zeiten macht die Blockchain-Technologie von sich reden. Die entsprechende Software vernetzt dezentrale Computersysteme, speichert alle Informationen blockweise ab und fügt jedem verschlüsselten Informationsblock einen neuen hinzu. Weil alle Teilnehmer einen gleichberechtigten Zugriff auf die dokumentierten Informationsketten innerhalb des Netzwerkes haben, können die Transaktionen jederzeit überprüft werden. Wegen ihrer absoluten Transparenz und Manipulationssicherheit haben Unternehmen unterschiedlichster Branchen schon in den letzten Jahren die Nutzungsmöglichkeiten der „Blockkette“ ausgiebig getestet.

Die Corona-Krise führt für alle sichtbar zu einem massiven Digitalisierungsschub – das gilt nicht nur für Arbeits- und Unterrichtsformen wie das „Homeoffice“ und „Homeschooling“. Nach Medienberichten soll nun auch die Blockchain-Technologie sowohl bei der Virus-Bekämpfung als auch bei der Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen helfen. Durch „Corona“ wird der Markt für Blockchain-Anwendungen fraglos noch schneller wachsen als sowieso schon. Experten zufolge wächst das Volumen von 1,5 Milliarden Dollar im Jahr 2018 auf 23,3 Milliarden Dollar im Jahr 2023. Größter Nutznießer der Technik hinter der Bitcoin-Währung dürfte die Transport- und Dienstleistungssparte sein. In der Finanzbranche geht schon seit Längerem nichts mehr ohne die Blockchain-Technologie. Viele Unternehmen erkennen erst jetzt die Krisenanfälligkeit und damit Verwundbarkeit globaler Lieferketten. Neben einer Verkürzung von Lieferwegen werden sie sich nach Abklingen des Corona-Chaos um wesentlich mehr Effizienz, Kontrolle und Transparenz von Produktionsprozessen bemühen. Und genau das sind ja die unschlagbaren Vorteile der Blockchain.

Aber es dreht sich zum Glück nicht alles um die Corona-Krise, wie die Erzeuger und Händler von Kryptowährungen wissen. So findet voraussichtlich am 12. Mai 2020 das nächste Bitcoin Block Halving statt. Das exakte Datum dieses Großereignisses rund um die digitale „Leitwährung“ Bitcoin (BTC) steht noch nicht fest, weil die benötigte Zeit für die Erzeugung neuer Blockketten naturgemäß variiert. Durchschnittlich braucht das Netzwerk 10 Minuten für die Erzeugung eines Blocks. Es ist wichtig zu verstehen, dass neue Bitcoins durch komplexe Rechenverfahren erschaffen und in Blöcken gewissermaßen abgebaut werden. Das Bitcoin Halving hatte in der Vergangenheit immer große Auswirkungen auf den Preis der maßgeblichen Digitalwährung.

Bei der Entwicklung der Bitcoin-Blockchain setzte der legendäre Digital-Pionier Satoshi Nakamoto die maximale Anzahl der verfügbaren Coins auf 21 Millionen Einheiten fest. Die „Miner“, also die „Schürfer“, können so lange aktiv sein, wie sie wollen – mehr als 21.000.000 Bitcoins können sie niemals erzeugen. Alle vier Jahre findet das sogenannte Halving (die „Halbierung“) statt, wenn das Mining von 210.000 Blöcken abgeschlossen ist. Um das dezentrale Netzwerk der Bitcoin-Blockchain am Laufen zu halten und Coins zu erzeugen, bedarf es der Miner, die dem System unentwegt Rechenleistung zur Verfügung stellen. Damit sich die Strom- und Anschaffungskosten der Mining-Hardware für die Digitalgeld-Schürfer lohnen, werden diese für ihre Leistungen bei der Blockerstellung mit Bitcoins belohnt. Die Belohnung, die die Miner für den erfolgreichen Abschluss eines neuen Blocks erhalten, wird auch Block Reward genannt, zu Deutsch „Blockbelohnung“ oder „Blockvergütung“.

Ziel des Bitcoin Halvings ist es, das Erreichen der Maximalzahl von Coins so lange wie möglich hinauszuzögern. Die Halbierungen bedeuten keinesfalls, dass sich die Anzahl oder der Wert der vorhandenen Coins halbiert, sondern nur, dass sich die Belohnung für die geschürften Blocks halbiert. Konkret heißt das, dass die Miner 50 Prozent weniger Bitcoins für die Verifizierung der Transaktionen erhalten. Jeder einzelne Bitcoin ist dann der Theorie nach noch wertvoller, weil es für die gleichen Rechenkapazitäten unter dem Strich weniger zu holen gibt. Diese Verknappung hat das Potenzial, den Bitcoin-Kurs regelrecht in die Höhe schießen zu lassen. Obwohl die Belohnungen für das Minen alle vier Jahre halbiert werden, verzeichnet das Bitcoin-Netzwerk einen stetigen Anstieg an Rechenleistung. Das hängt damit zusammen, dass der Preis des streng limitierten Bitcoin immer weiter ansteigt und das Mining so weiterhin lukrativ bleibt. Der Kryptowährungs-Experte Michael Thomale erklärt den Mechanismus so: „Das Mining ist durch Stromkosten und Anschaffungskosten der Mining-Hardware sehr kostspielig, und daher sind die Miner natürlich nach der Halbierung ihrer Belohnungen nicht mehr bereit, die Bitcoins für denselben Preis wie vor dem Halving herauszugeben.“ Da auch der Bitcoin-Preis durch Angebot und Nachfrage zustande komme, habe das Bitcoin Block Halving immer zu einem enormen Preisanstieg geführt, „denn die neu geschürften Bitcoins nach dem Halving werden immer teurer gehandelt als davor“, so Thomale.

Bei der ersten Halbierung am 28. November 2012 fiel die Belohnung pro geschürftem Block von 50 auf 25 neue Bitcoins. Die Preise stiegen von 11 US-Dollar pro Monat vor der Halbierung auf 12 Dollar am Tag des Bitcoin-Halvings selbst. Im Laufe des nächsten Jahres legten die Preise immer weiter zu, um am 28. November 2013 genau 1.038 Dollar zu erreichen. Am 9. Juli 2016 war der Punkt erreicht, an dem die zweite Halbierung fällig wurde – von 25 auf 12,5 Bitcoins pro Block. Der Bitcoin-Preis kletterte von 576 US-Dollar am 9. Juni 2016 – das war ein Monat vor der Halbierung –auf 650 Dollar am Halving-Tag. Trotz Kursturbulenzen stieg der Bitcoin-Kurs im Folgejahr weiter an und erreichte am 9. Juli 2017 den sensationellen Wert von 2.526 Dollar.

Michael Thomale, einer der führenden Köpfe des Londoner Krypto-Dienstleisters Nexus Global und Profi für Unternehmensfinanzierungen via Initial Coin Offering (ICO), spricht dem Bitcoin ähnliche Eigenschaften wie Gold zu: „Die Nachfrage nach Kryptowährungen wie Bitcoin steigt stetig an, und Kryptowährungen erfreuen sich vor allem in Krisenzeiten großer Beliebtheit. Das digitale Gold Bitcoin hat seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht, und im Bereich Blockchain-Technologie tut sich sehr viel.“ Mit Blick auf das Halving 2020 ist er zuversichtlich, dass die Halbierung der Miner-Belohnungen erneut zu erheblichen Kursanstiegen führen wird.

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