Dienstag, 27 Oktober 2015 13:56

Spanien, der liberale Staat und die Carlisten

in Politik

Barcelona - Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitete sich in Spanien die aus dem revolutionären Frankreich stammende Ideologie des Liberalismus. Die traditionelle Monarchie und die dezentralisierte Staatsform Spaniens (die immer harmonisch funktioniert hatten) gerieten ins Visier der Liberalen. Jede Region des Landes hatte bisher ihre eigenen Sitten und Gesetze, und trotzdem fühlte man sich als Teil eines Ganzen, Bestandteil einer spanischen Einheit.

Barcelona - General Francisco Franco regierte Spanien von 1939 (nach Ende des spanischen Bürgerkrieges) bis zu seinem Tod 1975. Obwohl er nach der heutigen politisch korrekten Sicht in Spanien wie auch international allgemein als "Faschist" gilt, war die Ideologie seines Regimes eigentlich der sogenannte "National-Katholizismus", ein reaktionärer und bürgerlicher Klerikalismus, der sich vom revolutionären Nationalsyndikalismus der ursprünglichen Falange weit entfernt hatte, vergleichbar mit Ungarns Miklos Horthy oder Rumäniens Antonescu. Trotzdem aber wurde José Antonio Primo de Rivera dementsprechend vergleichbar mit Ungarns Ferenc Szálasi oder mit Rumäniens Codreanu, der 1936 ermordete Gründer der Falange, zur Ikone des "Movimiento" ("Bewegung", so nannte sich das Franco-Regime) stilisiert, genauso wie Ché Guevara in Castros Kuba.

Redaktion